Onlineshops profitieren von der Angst vor Infektionen

14. Dezember 2020 Von chrissi 0

Die Angst vor Infektionen hat in den vergangenen Jahren spürbar zugenommen und das Konsumverhalten vieler Menschen nachhaltig verändert. Krankheiten, Viren und Bakterien werden stärker wahrgenommen als früher, was nicht zuletzt an intensiver medialer Berichterstattung, globalen Krisen und einem allgemein gestiegenen Gesundheitsbewusstsein liegt. In diesem Umfeld haben Onlineshops besonders stark profitiert, da sie Lösungen anbieten, die Sicherheit, Komfort und Kontrolle versprechen.

Ein zentraler Faktor ist der Wunsch nach Kontaktvermeidung. Der Einkauf im stationären Handel bedeutet für viele Menschen den direkten Kontakt mit anderen Kundinnen und Kunden, mit Verkaufspersonal sowie mit häufig berührten Oberflächen wie Einkaufswagen, Türgriffen oder Kassen. Onlineshops umgehen dieses Risiko vollständig. Bestellungen können von zu Hause aus erledigt werden, ohne das eigene Umfeld verlassen zu müssen. Diese Form des Konsums vermittelt ein Gefühl von Sicherheit und Selbstschutz, das in Zeiten erhöhter Infektionsängste besonders attraktiv ist.

Abgestimmtes Sortiment

Darüber hinaus haben viele Onlineshops ihr Angebot gezielt auf diese Sorgen abgestimmt. Produkte wie Desinfektionsmittel, Einmalhandschuhe, Masken, Luftreiniger oder kontaktlose Messgeräte wurden prominent beworben und in großer Auswahl angeboten. Auch Haushalts- und Drogerieartikel, die früher häufig spontan im Laden gekauft wurden, wanderten verstärkt in den digitalen Warenkorb. Die Angst vor Engpässen oder erneuten Infektionswellen führte zusätzlich zu Hamsterkäufen, von denen insbesondere große Onlineplattformen profitierten.

Werbung und E-Commerce

Ein weiterer Aspekt ist die psychologische Wirkung von Onlinewerbung. Viele Onlineshops greifen die Sorgen der Kundschaft indirekt auf, indem sie mit Begriffen wie „hygienisch“, „kontaktlos“, „sicher verpackt“ oder „keimfrei“ werben. Solche Botschaften verstärken das Gefühl, mit einem Onlinekauf eine verantwortungsbewusste und vorausschauende Entscheidung zu treffen. Die Angst vor Infektionen wird dabei nicht immer bewusst geschürt, aber gezielt in ein Verkaufsargument verwandelt. Unter anderem wenden sich viele Shop-Betreiber an E-Commerce Agenturen wie zum Beispiel eBakery, um sich dahingehend beraten zu lassen.

Auch die Logistik spielt eine wichtige Rolle. Kontaktlose Lieferungen, flexible Zustelloptionen und einfache Rückgabemöglichkeiten senken die Hemmschwelle für den Onlinekauf zusätzlich. Viele Menschen empfinden es als beruhigend, wenn Pakete vor der Tür abgelegt werden und kein direkter Kontakt zum Lieferpersonal notwendig ist. Dieses Zusammenspiel aus technischer Infrastruktur und Sicherheitsversprechen stärkt das Vertrauen in den Onlinehandel.

Änderung des Konsumverhaltens

Langfristig hat diese Entwicklung das Konsumverhalten nachhaltig verändert. Selbst Menschen, die zuvor skeptisch gegenüber Onlineshops waren, haben deren Vorteile kennengelernt und beibehalten. Auch lassen sich Personen immer öfter online statt offline Beraten – ein Beispiel wäre die Futterberatung für Hunde. Die Angst vor Infektionen wirkte somit wie ein Katalysator für eine bereits bestehende digitale Entwicklung. Onlineshops profitieren nicht nur kurzfristig von dieser Angst, sondern konnten sich als sichere, bequeme und verlässliche Alternative zum stationären Handel etablieren. Damit zeigt sich, wie stark emotionale Faktoren wie Angst wirtschaftliche Strukturen beeinflussen und beschleunigen können.